Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und dem Verein "Igelschutzinitiative e.V."

Die Kräuterspirale oder Kräuterschnecke

Fertige Kräuterspirale mit eingebautem Igelhaus. Foto: © IGSI e.V.

Von Heike Philipps, Juni 2015. Das nachhaltige Exponat und spannende Experiment für Gartenbenutzer und Gartenbewohner ist geeignet für jede Gartengröße! Die auf dem Foto abgebildete Kräuterspirale zeigt das von mir erbaute 7. Exemplar. In den meisten Fällen inspirierte mich das auf einmal zur Verfügung stehende Material (z.B. Bauschutt oder Sandsteinquader von einem Brückenabriss oder aus einem Steinbruch oder ganz viele Kräuterpflanzen), wieder zum Spaten zu greifen und den für den jeweiligen Garten geeigneten Durchmesser erst einmal abzustechen.

Alle darauffolgenden Arbeiten verursachten immer wieder Neugierte auf das Ergebnis nach dem nächsten Arbeitsschritt. Hat man erst einmal Übung und etwas Erfahrung und sind alle Materialien vorhanden, braucht es an Bauzeit nicht länger als ein Wochenende. Eine Kräuterspirale ist wie eine Schnecke angeordnet: Ein schmales Pflanzbeet, rechts und links von Sand- oder Ziegelsteinen eingebettet führt von unten – ausgehend von einem Miniteich – nach oben, abschließend mit dem dekorativen Lavendel und bietet den verschiedensten Kräuterarten auch die verschiedensten Klimazonen (voll sonnig bis halbschattig, trocken oder nass). Idealerweise sind für eine Kräuterspirale Sandsteinquader zu verbauen, solche kann man auch in einem Natursteinhandel kaufen und in einer Tasche anliefern lassen. Ist das Ganze erst einmal fertig, reduziert sich der Pflegeaufwand der Kräuterschnecke auf ein Minimum, dafür wird die Freude am Ergebnis für sehr lange Zeit überwiegen. Es ist zu empfehlen, unbedingt eine Sitzgelegenheit in der Nähe zu haben, um Wildbiene, Marienkäfer, Hummel, Schmetterling & Co. beobachten zu können. Im Untergeschoss ziehen je nach Lage des Bauwerks durchaus Kröten, Eidechsen oder auch Igel als Untermieter ein.

Bauanleitung

Der Durchmesser einer Kräuterspirale ist abhängig von der Gartengröße, ein kleiner und schmaler Reihenhaus- oder Schrebergarten verträgt durchaus 1,50 m, steht eine größere Fläche zur Verfügung, sind 2-3,5 m Durchmesser ideal.

Der Standort einer Kräuterspirale sollte volle Sonne haben und nicht von einem großen Baum beschattet werden. Zunächst zentriert man die Kreismitte mit einem Stecker, bindet einen Bindfaden mit der Radiuslänge daran und zieht den Kreisumfang. Mit dem Spaten wird der markierte Kreis abgestochen und der Boden auf der kreisförmigen Fläche ca. 5-10 cm tief abgetragen (diesen Boden vielleicht durchsieben und auf den übrigen Beeten verteilen oder anderweitig nutzen, wenn Sie Rasensoden (viereckige Grasnarbe) herausgestochen haben, könnten Sie davon an anderer Stelle im Garten ein Sofa stapeln – versuchen Sie es einmal!). Das ausgehobene flache Loch wird mit zerkleinertem Bauschutt bis zur ursprünglichen Höhe gefüllt. Enthält der Bauplan auch Wohnungen für Untermieter, erhalten entsprechende Wohneinheiten hier ihren Standort (das kann eine Igelunterkunft aus Holz sein oder einfach ein mit Steinen gebauter Hohlraum). Dann kommen die Sandsteinquader (je nach gewünschter Optik roter Wesersandstein oder beigefarbener Sandstein) zum Einsatz, die wie eine Schnecke angeordnet, vom künftigen Teich ausgehend nach innen und immer höher gestapelt (aber nicht vermörtelt, sondern höchstens mit Lehmboden gefüllt) werden. Die größten Quadersteine für den unteren Bereich und die kleineren für den oberen Bereich vorsehen.

Wichtig ist bei der Auswahl der Kräuterpflanzen, dass sie gerade bei einer sehr kleinen Spirale keine übergroßen Wurzeln entwickeln, sie sprengen sonst nach ein paar Jahren das Bauwerk! Die Oldenburger „Kräutergärtnerei Bioland“ hält speziell für jedes Kräuterspiralen- Experiment das richtige Kräutersortiment vor. Diese Kräuterei hält, was sie verspricht – schon deren Internetseite und die Pflanzliste sind „Balsam für die Seele“, man möchte am liebsten gleich anfangen… Lassen Sie sich nicht aufhalten und schaffen Sie Platz für nützliche Untermieter. Der kleine Teich kann zu Beginn, aber auch zum Abschluss der Baumaßnahme angelegt werden. Es gibt zwar aus Kunststoff auch kleine Teichwannen mit Sumpfzone, funktionieren tut aber auch eine alte Zinkwanne, die versenkt und mit Steinen schräg angeordnet befüllt als Ausstiegshilfe für trinkende oder badende Tiere dient.