Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und dem Verein "Igelschutzinitiative e.V."

Für Kinder: Der Igel

Igelbaby Foto: Oldiefan1 / CC0 1.0 Universell CC0 1.0

Sicherlich kennt ihr alle unseren einheimischen Igel, und vielleicht habt ihr den kleinen Schnuffler auch schon einmal gestreichelt. Obwohl – das Pieksen seiner kreuz und quer aufgestellten Stacheln war sicher keine reine Freude. So spitz wie Nadeln müssen sie aber sein, denn der Igel hat keine andere Möglichkeit, um sich vor Feinden zu schützen. Er rollt sich einfach ganz fest zusammen, und jeder der ihn fressen oder beißen will, holt sich eine blutende Nase. Der Versuch von Füchsen und Hunden, mit den Pfoten einen zusammengerollten Igel umzudrehen, endet auch nicht glücklich. Die Stiche in ihren Pfoten lässt sie ihr Vorhaben schnell beenden. Dachs und Uhu allerdings können den Stacheltieren gefährlich werden, denn Igel gehören zu deren Beutetieren.

Der Straßenverkehr und auch der Mensch sind die größten Gefahren für den Igel. Durch unachtsamen Einsatz von Gartengeräten und Ausbringung von Giftmitteln werden viele kleine Nahrungstiere der Igel vernichtet. Deswegen gehört der Igel auch zu den besonders geschützten Tierarten. Du darfst daher keinen Igel einfangen und nachhause mitnehmen. Es sei denn, er ist verletzt oder noch einmal so groß wie deine Hand und läuft bei Eis und Schnee umher. Um dann zu helfen, gibt es verschiedene Igelschutzvereine. Auch an einen Tierschutzverein kannst du dich wenden, wenn du nicht weißt, wie einem kleinen Igel zu helfen ist.

Hier sollst Du aber erst einmal einige interessante Dinge aus einem Igelleben erfahren. Unsere Igel leben in Parkanlagen, in Laub- und Mischwäldern mit dichtem Unterholz und natürlich auch in unseren Gärten. Sie beziehen Schuppen, und Hohlräume zwischen Steinen und Holzstapeln. Sehr „aufgeräumte“ Gärten mögen sie nicht.

Igel sind Einzelgänger. Nur in der Paarungszeit sind sie kurzfristig zusammen. Der Igelmann trollt sich aber bald wieder und überlässt die Jungenaufzucht der Igelin. Es gibt vorher aber noch viel Umtrieb im Garten. Man hört ein Fauchen, Tuckern und Rumoren so laut, dass ängstliche Menschen aus Angst vor Einbrechern hin und wieder die Polizei anrufen. Nach diesem Umtrieb dauert es allerdings noch etwa 35 Tage bis die Igelbabys zur Welt kommen. Meist ist es August/September bis etwa 3-8 Mini-Igel in einem von der Igelmutter gut ausgepolsterten Nest liegen. Ihre Augen und Ohren sind noch bis zum 14. Lebenstag geschlossen. Die Kleinen haben weiße, in ihre aufgequollene Rückenhaut eingebettete Stacheln. Daher kann die Igelmutter während der Geburt keine Verletzungen davontragen. Nur 15-25 g wiegt ein Igelbaby. Da ist es kaum zu glauben, dass es später einmal 800-1500 g auf die Waage bringt.

Winterschlaf

Dass ein Igel Winterschlaf hält, ist Dir ja sicher schon bekannt. Da ist es auch verständlich, dass er sich ordentlich Reserven anfuttern muss, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn ihm das bis zum Winter nicht gelingt, läuft er suchend und hungrig umher. Da kann es auch geschehen, dass Du bei Eis und Schnee einem kleinen, hungrigen Igel begegnest. Käfer, Würmer und Schnecken sind verschwunden, und der Kleine hat sicherlich einen knurrenden Magen. Am besten informierst Du dann Deine Eltern. Sie werden sich mit einer Igelpflegestation in Verbindung setzen oder mit dem örtlichen Tierheim. Auf keinen Fall darf der Igel Milch oder Speisereste bekommen. Daher heißt es in diesem Falle: Den Kleinen einpacken in ein warmes Handtuch und dorthin abgeben, wo man ihn „igelgerecht“ unterbringt und füttert, während alle anderen Igel in freier Natur Winterschlaf halten in ihrem vorsorglich gebauten, weich gepolsterten Winterschlafnest. Sie zehren dabei von ihrem Winterspeck und verlieren bis zum Frühjahr etwa ein Drittel ihres Gewichts. Ihre Körpertemperatur beträgt nur noch 4 °C und ihr Herzschlag verlangsamt sich erheblich. Ausgeschlafen, aber hungrig kommen sie nach etwa fünf Monaten hervor und haben bis dahin fast ein Drittel ihres Gewichts verloren. Dann beginnt wieder ein Igeljahr mit vielen Gefahren, welche die kleinen Stacheltiere überstehen müssen.

Weißt Du, dass Igel zu den ältesten, noch existierenden Säugetierarten gehören? Ihre Vorfahren lebten vor etwa 65 Millionen Jahren! Da wollen wir doch alle dafür sorgen, dass uns die kleinen Stacheltiere noch lange erhalten bleiben. Sie werden dann, besonders zur Freude der Gärtner, Raupen, Schnecken, Käfer und viele andere kleine Insekten erbeuten.