aktion tier IgelzentrumNiedersachsen
Logo: aktion tier – menschen für tiere e.V.
Logo: aktion tier Igelzentrum Niedersachsen
aktion tier Igelzentrum Laatzen

Der erste Igel hat das Igelzentrum verlassen!

Langsam wachen die Igel wieder aus ihrem Winterschlaf auf. Damit beginnt auch die Auswilderungszeit im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen! Der erste Igel hat bereits das Igelzentrum verlassen und ist in ein Auswilderungsgehege umgezogen.

Igelin im Außengehege. Foto: © Karolin Schütte

Leider hat unsere Igelin ein Handicap, sie hat beide Augen verloren und kann somit nicht mehr sehen. Da der Sehsinn des Igels allerdings eher schlecht ausgeprägt ist und er sich vorwiegend über den Geruchs-, Tast- und Hörsinn orientiert, kann er trotzdem in der Wildbahn zurechtkommen. Normalerweise würden wir ein Tier mit derartiger Einschränkung immer am Fundort auswildern, denn dort kennt es Fress-, Trink- und Schlafplätze.

Da in diesem Fall der Fundort leider nicht gerade igelfreundlich und somit ungeeignet war, haben wir uns für das sogenannte „Soft-Release“ an einer igelfreundlichen Stelle entschieden. Zunächst kommt der Igel in ein geschlossenes Gehege, wo er sich seine Schlaf- und Futterstelle einprägen kann. Nach einer Eingewöhnungszeit von ca. 2 Wochen wird das Gehege geöffnet. Der Igel kann nun erste Erkundungstouren in die Umgebung machen. Ziel ist es, dass der Igel weiterhin zum Fressen und Schlafen ins Igelhaus zurückkehrt, bis er natürliche Schlafplätze und Futterstellen gefunden hat.

Wie unser Igelmädchen ihre Augen verloren hat, wissen wir nicht. Aber da sie ansonsten noch top fit ist, soll sie eine Chance in der freien Wildbahn bekommen. Das „Soft-Release“ oder auch die sanfte Auswilderung kann also eine Möglichkeit sein, um Igel mit Handicap auf die Auswilderung vorzubereiten. Auch bei Jungigeln ist ein „Soft-Release“ anzuraten. Insbesondere wenn die Igel noch im Säuglingsalter in Obhut genommen werden, haben sie keinerlei Erfahrungen in der Natur. Mit einem Gehege kann man sie in der Auswilderungszeit besser unterstützen und somit auch den Auswilderungserfolg verfolgen. Altigel, welche wieder am Fundort ausgewildert werden, brauchen hingegen kein Gehege zur Eingewöhnung. Sie sind in der Natur erfahren und kennen Futter- und Schlafplätze in ihrem Revier.

Unsere Igelin kann sich nun im Gehege auf ein Leben in Freiheit vorbereiten und wir können sie hoffentlich dabei beobachten.

Karolin Schütte

Tierärztin im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen