Die ersten Igel sind ausgewildert worden!

von: Lieneke Behrends & Ursula Bauer

In unserem Igelzentrum haben wieder zahlreiche Igel überwintert und warten nun darauf, in die Freiheit entlassen zu werden. Der Vorstand des Kleingartenvereins Heisterkamp aus Hemmingen hatte kürzlich angefragt, ob es nicht möglich sei, ein paar Igel in der Kleingartenanlage frei zu lassen. Eine gute Idee!

In der Kleingartenanlage werden nun insgesamt 20 Igel ausgewildert. Die linienförmige Kleingartenanlage Heisterkamp besteht aus zwei Reihen vielfältig strukturierter Gärten mit den typischen Lauben, Schuppen und Gewächshäusern. Sie liegt, auf der einen Seite von einem breiten Grünstreifen begleitet, wie ein bunter Streifen zwischen Wohn- und Gewerbeflächen am südwestlichen Stadtrand von Hemmingen, unweit des Naturschutzgebietes Sundern.

Der bunte Mix aus Gehölzen sowie Nutz- und Ziergartenanteilen bietet Igeln gute Lebensbedingungen. Sie finden hier genug Versteckmöglichkeiten für ihren Tagschlaf und geeignete Plätzchen unter Hecken und Sträuchern, um ein Nest für den langen Winterschlaf und die Kinderstube zu bauen. Als reine Fleischfresser bevorzugen Igel Insekten wie Käfer, Raupen, Ohrwürmer und Spinnen. Diese finden sie gerade in Gärten, in denen nicht nur schöne Blumen wachsen, sondern auch Gemüse, Kräuter und Obst gezogen wird. Insekten, Vögel, Eichhörnchen und Igel brauchen einen vielfältigen, möglichst naturnahen Lebensraum, der ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Dieser naturnahe Lebensraum ohne Gifte, Dünger und Zäune ist für Igel dort besonders angenehm.

Zudem sind die Stacheltiere dort herzlich willkommen: "Eine wunderschöne Aktion, damit Mensch und Tier lernen besser und harmonischer miteinander zu leben, wenn wir durch die Enge der Bevölkerung schon so nah beieinander sind!", sagt der Obmann des Kleingartenvereins, Dieter Böhm.

Allerdings wurden die Tiere nicht einfach so von uns in die Gärten gesetzt, sondern wie immer wird von uns eine sanfte Auswilderung praktizieren.

Um die Igel an die neue Umgebung zu gewöhnen, werden sie erst einmal in einem schützenden Gehege, das wir in der Kleingartenanlage aufstellen, weiter mit allem versorgt, was sie zum Leben benötigen.

Später öffnen wir die Türen, um erste Ausflüge zu ermöglichen. Futter und Wasser wird weiter angeboten. Sind die Tiere schließlich in der Lage, selbstständig Nahrung und Unterschlupf zu finden, kommen sie immer seltener an den Futterplatz und bleiben schließlich ganz weg.

Eine ähnliche Zusammenarbeit mit dem Kleingartenvereins Heisterkamp wird wohl im kommenden Jahr erneut stattfinden. Die Igel und wir freuen uns!

Wer auch einen Igel in seinem Grün aufnehmen möchte, kann sich bei uns als Auswilderungsstelle bewerben.

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