Hope ist wieder da!

Igel Hope war durch ein Rasenschneidegerät schwer verletzt und in das aktion tier- Igelzentrum Niedersachsen gebracht worden. Ihre Pflegerin Gertraude Göpner hatte damals alles getan, um das Leben des Igelkindes zu retten. Nach etlichen Operationen und Behandlungen war sie dann zu Pflegerin Astrid Rissmann in ein eigens gebautes Freigehege umgezogen. Dort aber hatte Hope zuletzt so verzweifelt senkrecht am Gitter gestanden und um Freiheit gebettelt, dass sie schließlich im August 2019 von Astrid freigelassen worden war. Nun ist Hope zurück.

Hope ist vor einer Woche bei Astrid im Garten aufgetaucht. Sie wurde dort gefüttert und gestern mit etwas über 400g Gewicht eingefangen. Das ist natürlich viel zu wenig, auch wenn sie gerade aus dem Winterschlaf aufgewacht ist. Hope hatte schon mal über 900g!

Die gute Nachricht aber ist, dass das Loch auf dem Nasenrücken nicht entzündet ist. Hope frisst und scheint gesund zu sein. Vielleicht ist sie durch die verkürzte Schnauze einfach nicht so richtig in der Lage gewesen, Beute zu machen, und deswegen so dünn. Das Längenwachstum der Schnauze war ja infolge der massiven Beeinträchtigung durch die Verletzung mit dem Rasenschneidegerät zurückgeblieben.

Astrid war nun aufgefallen, dass sie wirklich einen kleinen Kiefer hat. Auffällig kurz, aber dennoch scheint alles in Ordnung zu sein. Dazu hat Hope alle Zähne. Die sind auch schön, aber auch die sind mauseklein!

Wir haben beschlossen, dass Hope nicht wieder ausgewildert wird. Natürlich ist das Schade, denn unser oberstes Ziel ist es immer, Wildtiere wieder in die Freiheit zu entlassen. Bei Hope allerdings haben wir nun den nachhaltigen Eindruck gewonnen, dass sie sich nicht allein versorgen kann. Deswegen wird sie wieder in ihr großes Freigehege einziehen, wo sie bleiben darf.

Gegen die modernen Gartengeräte haben Igel keine Chance...

Häufig kommen bei der Gartenarbeit Gartenmaschinen wie Tellersensen, Fadenmäher und Rasentrimmer zum Einsatz. Diese sind für Igel lebensgefährlich! Auch Hope wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem solchen Gerät als Igelkind schwerst verletzt und ist nur knapp dem Tod entkommen. Ein Leben in Freiheit bleibt ihr nun für immer verwehrt.

Wenn es irgendwie möglich ist, sollten zumindest private Gartenbesitzer auf den Einsatz von Maschinen verzichten und Hecken besser mit der klassischen Heckenschere und den Rasen mit dem Handrasenmäher schneiden. Das ist zwar mühsam und langsamer, hat aber den Vorteil, dass man schnell reagieren kann, wenn man bei der Arbeit auf Igel oder ihre Nester stößt oder einem Tiere über den Weg laufen.

Mehr Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung finden Sie hier.